Wo Kaffee angebaut wird
Kaffee wird hauptsächlich im so genannten „Kaffeegürtel“ angebaut, der sich über die tropischen Regionen Amerikas, Afrikas und Asiens erstreckt. Etwa 70 Länder produzieren Kaffee, wobei die fünf grössten (Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien und Honduras) etwa 75 % der Weltproduktion abdecken. Die Produktion variiert je nach Region, wobei Arabica und Robusta die wichtigsten Sorten sind, die jeweils spezifische Umweltbedingungen erfordern.
Kaffee wird in Familienbetrieben (so genannte Smallholder) oder in unternehmerischen Strukturen (Estate Farms) angebaut. Nach Angaben des International Trade Centre (ITC) variiert die Definition von Grossbetrieben von Land zu Land, von mehr als 50 Hektar in Brasilien bis zu weniger als 5 Hektar in Kenia.
Von den weltweit 12,5 Millionen Kaffeefarmen entfallen bis zu 80 % der globalen Produktion auf Kleinbauernbetriebe. Kleine Kaffeefarmen sind daher das Rückgrat der Kaffeeindustrie und benötigen angemessene externe Unterstützung, um langfristig bestehen zu können. Fast 95 % der Kaffeefarmen weltweit sind kleiner als fünf Hektar. Brasilien ist ein Ausreißer, was die Grösse der Farmen angeht: 46,8 % der Farmen sind kleiner als fünf Hektar.
Woher bezieht die Schweiz ihren Kaffee?
Im Jahr 2023 stammten die importierten Kaffeebohnen aus Südamerika (45%), Nord- und Mittelamerika (23%), Asien und Ozeanien (20%) sowie Afrika (9%).
Gemäss der Trademap des International Trade Centre (ITC) bezieht die Schweiz Kaffee aus einer Vielzahl von Ländern. Die meisten Kaffeebohnen kamen im Jahr 2023 aus Lateinamerika: Brasilien war mit 25% der grösste Lieferant, gefolgt von Kolumbien (15%) und Costa Rica (7%).
Die Schweizer Kaffeeunternehmen beziehen auch aus anderen Kontinenten. In Asien und Ozeanien sind die Hauptlieferanten Vietnam (8%), Indien (7%) und Indonesien (2%). In Afrika sind Äthiopien (5%) und Kenia (2%) die wichtigsten Anbauländer für die Schweiz.
Methoden zur Verarbeitung von Kaffeebohnen
Die Verarbeitung der Kaffeebohnen beginnt in den Erzeugerländern, wo die Bohnen für den Export aufbereitet werden, indem sie gewaschen, natürlich aufbereitet nach dem sogenannten Pulped-Natural-Verfahren aufbereitet.
Gewaschener Kaffee wird nach der Nassmethode verarbeitet, bei der die Kaffeekirsche maschinell zerkleinert wird, wobei die rote oder gelbe Außenhaut entfernt wird. Anschliessend werden die noch von Schleimstoffen umhüllten Kerne ein bis zwei Tage, manchmal auch länger, in Wasser fermentiert.
Die natürliche Aufbereitung des Kaffees, die auch als Trockenmethode bezeichnet wird, ist die älteste Aufbereitungstechnik und wird seit Hunderten von Jahren angewendet. Die Bäuerinnen und -bauern breiten die Kaffeekirschen auf einer ebenen Fläche aus, wo sie zwei bis sechs Wochen lang in der Sonne getrocknet werden. Diese Methode ist vor allem in Regionen mit geringer Luftfeuchtigkeit, wenig Niederschlag oder begrenztem Zugang zu Wasser verbreitet.
Das Pulped-Natural-Verfahren ist eine modernere, hybride Methode, die Elemente der gewaschenen und der ungewaschenen Methode kombiniert. Sie wird manchmal auch als "semi-washed" Methode bezeichnet. Zunächst werden die äusseren Schalen maschinell entfernt, danach werden die Bohnen in der Sonne getrocknet. Nach Abschluss des Trocknungsprozesses lagern die Bäuerinnen und -bauern die Samen etwa 24 Stunden lang, bevor sie sie weiter trocknen. Diese Methode erfordert weniger Schritte und ermöglicht eine schnellere Verarbeitung.
Während viele Kaffeeanbauländer verstärkt in die lokale Röstung und die Produktion von löslichem Kaffee investieren, um eine höhere Wertschöpfung zu erzielen, wird der Grossteil des Kaffees nach wie vor als grüne Bohnen exportiert. Länder wie Deutschland und Italien, die die grössten Mengen Rohkaffee in Europa importieren, übernehmen den Grossteil der Röstung und des Einzelhandels.
